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Posted on Mai 10, 2016.

Pferdegestütztes Coaching - die effektivste Form des Coaching

Posted on January 2, 2015.



Seriöses Coaching basiert darauf, dass der Coach dem Kunden genau und aktiv zuhört und versucht mit Fragen zu spiegeln - ohne dabei zu bewerten. Dadurch erhält der Kunde eine klarere Sicht auf seine Themenstellung, kann gute Entscheidungen treffen und zielführende Veränderungen vornehmen. Beim Coaching mit der Unterstützung von Pferden wird genau dieses Prinzip eingesetzt, aber ausschließlich auf der nonverbalen Ebene. Die Körpersprache und „Ausstrahlung“ hat einen viel größeren Einfluss auf unsere Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft und damit auf unseren Erfolg, als das, was wir sagen.

Das heißt, der Teilnehmer erhält auf sein aktuelles Verhalten vom Pferd sofort, unmittelbar und 100% authentisch und ehrlich Feedback. Jedes Feedback ist dabei völlig unabhängig von den vorangegangen, da Pferde ausschließlich im hier und jetzt leben und frei von „historischen“ Erfahrungen handeln. Diese Eigenschaft und ihre große Sensibilität und Empathie macht sie zu hervorragenden Co-Coaches. Das Coaching sollte dabei von einem auch „klassisch“ erfahrenen Coach geleitet werden, der mehr als nur ein „Pferdemensch“ ist.

Was kann man konkret dabei mitnehmen? Das Pferd spürt und zeigt durch sein Verhalten sofort, ob man ein klares Ziel vor Augen hat, sich seiner selbst sicher ist, konzentriert und aufmerksam bei der Sache ist, mit Konsequenz und unverkrampfter Leichtigkeit an Aufgaben herangeht, dabei auf sich UND andere achtet, die Balance aus fordern und fördern hält, sich mit Souveränität statt Gewalt oder Macht durchsetzten kann, die aktuelle Machbarkeit von Dingen erkennt und vieles mehr. Wenn das zutrifft - und nur dann - folgt das Pferd vertrauensvoll durch leichte Aufgaben bis hin zu unmöglichen. Und das alles, ohne dass wir ein Wort sprechen müssen.

Was steckt da letztendlich dahinter? Die Erkenntnis, dass der Erfolg von allem was wir tun, bei unserer Einstellung beginnt. Wenn wir eine positive, sichere Einstellung haben, drücken wir das nonverbal durch unsere Körpersprache aus. Diese und nur diese liest das Pferd mit einer uns Menschen weit überlegenen Genauigkeit und Geschwindigkeit und spielt sie uns sofort zurück: Es  hat Vertrauen und folgt uns oder eben nicht. Diese fundamentale Erkenntnisschleife lässt sich mit keiner anderen Coachingtechnik so schnell, präzise und ehrlich er- und bearbeiten.

Durch die Überprüfung der eigenen Einstellung und mehr oder weniger leichte Korrekturen im Verhalten lassen sich innerhalb weniger Minuten sehr positive Erfahrungen machen, die die Teilnehmer oft sehr tief berühren, sich damit fest verankern und dadurch ein Leben lang jederzeit wieder abrufbar sind. Mit der Hilfe des Coach werden diese Erkenntnisse auf die aktuellen Ziele und die persönliche Situation übertragen.

Diese Erfahrungen und Erkenntnisse sind so grundlegend für das berufliche und private Leben, dass das Einsatzgebiet des pferdegestützten Coaching sehr breit ist. Es beginnt beim Teambuilding, geht über Leadership bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung und umfasst auch das Sparring von Konzepten und die Bearbeitung von Blockaden und Barrieren. Reit- oder Pferdeerfahrung sind nicht notwendig.

Nach 10 Jahren klassischem Coaching,  20 Jahren Pferdehaltung und 5 Jahren „Hotel“-Betrieb in Südfrankreich haben wir diese drei Dinge jetzt verbunden und 2 Seminarformate entwickelt, die wir 4 mal im Jahr anbieten.

Pareto gegen Burnout

Posted on November 1, 2014.

Burnout, Multitasking, Entgrenzung der Arbeit, ubiquitäre und permanente Erreichbarkeit: Überforderung ist heute allgegenwärtig. In allen Generationen, Funktionen und Karrierestufen. Viele leiden dabei ganz besonders unter einem Quantitäts-Qualitäts-Konflikt: Auf der einen Seite die schiere Menge der Aufgaben und Erwartungen zu erfüllen und dabei auf der anderen Seite seinem ganz persönlichen Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Dieser Konflikt treibt viele in die Unzufriedenheit und Erschöpfung. Je “perfektionistischer” jemand ist, desto gefährdeter ist er/sie. In diesem Zusammenhang kommt in den Selbst-Management-Seminaren immer wieder die Frage: Was mach ich da am besten?

Nicht neu aber richtiger als je zuvor liegt hier Seniore Pareto. Er hat schon früh erkannt, daß mit 20% des Inputs 80 % des Outputs definiert werden. In der Wirtschaft, Natur und Technik. Verkürzt auf den Kern: Wer immer 100% erreichen will, braucht 5 mal mehr Zeit als derjenige, der mit 80% des maximalen Ergebnisses zufrieden ist.

Wenn Sie also das Gefühl haben, zuviel um die Ohren zu haben, probieren Sie einmal aus, bei 80% des eigenen hohen Anspruches aufzuhören. Sie werden 2 Dinge feststellen. 1. Sie sind unglaublich schnell. 2. Keiner bemerkt die fehlenden 20%.

Natürlich gibt’s es Aufgaben, die es Wert sind, in Perfektion zu betreiben. Aber auch hier gilt: Von 10 Aufgaben sind es maximal 2.

Ich könnte diesen Text noch viel besser machen, höre aber jetzt ganz im Geiste von Pareto auf.

Angst vorm Präsentieren?

Posted on Juli 15, 2014

40% der Menschen haben Angst davor, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Platz 1 aller Angstmacher!

Teilnehmer meiner Trainings fragen mich häufig, was sie gegen ihre große Nervosität vor und während Präsentationen tun können.
Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten großen Auftritt. Man hatte mich als frischer BWL-Absolvent gefragt, ob ich die Abschlussrede bei der Verleihung der Diplome an der LMU in München halten würde. Leichtsinnigerweise habe ich (etwas geschmeichelt) spontan zugesagt. Als der Tag da war, sah ich etwa 300 Kommilitonen/innen in schwarzen Anzügen und Kostümen mit ihren 600 überstolzen Eltern im Festsaal der Uni sitzen. Ein kleines Klassik-Ensemble spielte Kammermusik. Ich entschied, mich sofort ins Ausland abzusetzen. Nur meinem guter Freund Uli und einem Weißbier ist zu verdanken, dass ich den Mut aufbrachte.

Viele hundert kleine und einige große Präsentationen später bin ich davor immer noch nervös. Das geht im übrigen auch den ganz großen Profis so, wie mir viele stets locker wirkende Moderatoren und Anchormen in meiner ProSiebenSat1-Zeit bestätigten. Ein gewisses Maß an Nervosität und Aktivierung ist sogar wichtig, um eine wirklich gute Präsentation halten zu können.

Die Frage ist also nicht, was man gegen Nervosität tun kann, sondern inwieweit man sie auf ein notwendiges und produktives Maß beschränken kann.

Hier meine persönlichen TOP 10:

1. Gute formale Vorbereitung. Konzentrieren Sie sich weniger auf den Inhalt, den haben Sie in der Regel sowieso besser drauf als Ihre Zuhörer, sonst würde man Sie nicht bitten, die Präsentation zu halten. Investieren Sie besser Zeit in den Aufbau, die Dramaturgie, Interaktion, Pointen, Fragen etc, also in die Inszenierung.

2. Abstand schaffen. Was Sie wenige Stunden vor der Präsentation nicht wissen/können, lernen Sie jetzt auch nicht mehr. Schaffen Sie besser ausreichend Abstand zu Ihrem eigenen Vortrag. Aus dieser „Vogelperspektive“ haben Sie einen viel besseren Überblick und Ihr Gehirn findet alle Informationen viel schneller.

3. Kontrolle der Umfeldes. Minimieren Sie Überraschungen, die Sie aus dem Konzept bringen könnten. Gehen Sie die Strecke wie alle guten Formel 1 Piloten und Skirennläufer vorher zu Fuß ab. Wie sieht der Raum aus, wer kommt, wo ist die Toilette, wer sitzt wo, wo ist die Steckdose. Verlassen Sie sich niemals auf fremde Technik. Der Skirennläufer fährt auch nicht mit fremden Skiern. Das gibt Sicherheit.

4. Atemübungen. Wenn Sie große Aufregung verspüren, das Herz rennt und der Magen flau ist. Gehen Sie an einen ungestörten Ort (-> Toilette), stellen Sie sich so aufrecht wie möglich hin, atmen Sie langsam und tief durch die Nase ein, warten Sie einen kurzen Moment ohne Druck, dann atmen Sie mit einen leisen „fff“ durch den Mund aus. Warten Sie auf den nächsten Atemimpuls und machen Sie so weiter. Legen Sie die Hand auf den Bauch und versuchen Sie in den Bauch zu atmen. Nach 3 Minuten werden Sie entspannter sein. Versprochen.

5. Bewusste Gelassenheit: Man glaubt, die selbst wahrgenommene Nervosität sei äußerlich 1:1 sichtbar. In Wirklichkeit liegt die Übersetzung bei 10:1. Nur 10% der innerlich empfundenen Aufregung kommt im Auditorium an. Es wird also niemand etwas merken.

6. Reframing des Kontextes: Nehmen Sie der Situation den „Schrecken“, in dem Sie sie gedanklich verändern. Mein persönlicher Kniff: Ich habe mir bei formellen Business Präsentationen immer vorgestellt, wie es aussähe, wenn die Zuhörer statt in Boss-Anzügen und -Kostümen nackt um den Konferenztisch säßen. Mit genau dem Lächeln, das Sie jetzt vielleicht auch im Gesicht tragen habe ich die Präsentation dann begonnen. (Bitten Sie die Zuhörer dann aber nicht aufzustehen ;-))

7. Gute Gefühle abrufen. Eine manipulative Technik aus der NLP. Das braucht etwas Vorbereitung: Suchen Sie sich ein sehr positives (Erfolgs-)Erlebnis aus Ihrem Leben, bei dem Sie ein sehr gutes Gefühl hatten. Denken Sie eine Minute ganz intensiv an dieses Gefühl. Nach einer kurzen Pause vertiefen Sie sich wieder. Jetzt setzten Sie den Anker: Drücken Sie, wenn das Gefühl ganz stark da ist, eine Stelle an Ihrem Körper (z.B. ein Fingerglied, Unterarm etc.) ganz fest, um das Gefühl mit der Berührung zu verbinden. Ab jetzt können Sie dieses Gefühl immer und unmittelbar durch Drücken der Stelle am Körper abrufen. Tun Sie das, wenn Sie aufgeregt sind.

8. Schnelle Erfolgserlebnisse. Die erste Minute ihres Vortrags ist entscheidend. Versuchen Sie gleich zu Beginn (positives) Feedback aus dem Auditorium zu erhalten. Starten Sie dazu mit einer Anekdote, Humor oder einer Frage. Das wird Sie entspannen.

9. Bleiben Sie authentisch. Verkleiden Sie sich nicht. Sprechen Sie natürlich und einfach, verstecken Sie sich nicht hinter Fachbegriffen und Schachtelsätzen. Stehen Sie einfach zu sich. Das kommt sofort gut an und nimmt Ihnen die Aufregung.

10. Ein Weißbier oder Glas Prosecco. Aber nur eins.

Keiner der Zuhörer möchte mit Ihnen tauschen. Empathische Teilnehmer „leiden“ sogar mit Ihnen mit. Sie haben also allen Goodwill auf Ihrer Seite. Akzeptieren sie Ihre Nervosität als natürlich und notwendig; dämmen Sie sie wenn nötig mit den genannten Techniken etwas ein. Je öfter Sie sich dieser Situation stellen, desto besser werden Sie mit ihrer natürlichen Aktivierung umgehen können. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg!